____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Michael Winterhoff
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Michael Winterhoff (* 3. Januar 1955 in Bonn) ist ein deutscher Kinder- und Jugendpsychiater, Psychotherapeut und Autor. Seine SachbĂŒcher ĂŒber die Entwicklung von Kindern erreichten hohe Auflagen, sodass Winterhoff sehr prĂ€sent in den Medien war. In der Fachwelt werden seine entwicklungspsychologischen Thesen vorwiegend negativ beurteilt. Eine im August 2021 ausgestrahlte ARD-Reportage ĂŒber Winterhoffs Methoden fĂŒhrte zu eingehender Kritik in den Medien und an der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland.
Contents
âą Leben
âą Zentrale Thesen
âą Rezeption
âą Anklage 2023
âą Prozess 2025
âą Schriften
âą Literatur
âą Weblinks
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Leben
Michael Winterhoff wuchs als zweites von vier Kindern des Konditormeisters Wilhelm-Georg Winterhoff und dessen Frau Karola, geb. StrĂŒnck, in Bonn auf. Die Eltern betrieben dort in der KaiserstraĂe das CafĂ© Rittershaus, das sie von Karola Winterhoffs Vater Leo StrĂŒnck ĂŒbernommen hatten.cite-ref-1[1] Winterhoff besuchte zunĂ€chst von 1961 bis 1966 die Bonner MĂŒnsterschule (Grundschule) und anschlieĂend von 1966 bis 1971 die Gottfried-Kinkel-Realschule in Bonn. Entscheidende Impulse fĂŒr seine spĂ€tere berufliche Ausrichtung erhielt Winterhoff erst als Teilnehmer, schlieĂlich als aktiver Leiter von Jugendgruppen. In dieser Zeit entstand sein Wunsch, Medizin zu studieren. Mit diesem Ziel absolvierte er die gymnasiale Oberstufe am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Bonn und bestand dort 1974 das Abitur.cite-ref-2[2]
Nach anschlieĂender Arbeit als Pflegediensthelfer im Malteser-Krankenhaus und beim Malteser Hilfsdienst in Bonn sowie dem Wehrdienst studierte Winterhoff von 1977 bis 1983 Humanmedizin an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-UniversitĂ€t Bonn.cite-ref-s-mann-3-0[3] Dort wurde er 1984 bei Dieter Schulz mit einer Studie ĂŒber Gastrinsekretion bei Ulcusdiathese durch Winkelbauer-Starlinger-Operation am Hund zum Dr. med. promoviert.cite-ref-4[4]
Von 1988 bis 2021 arbeitete Winterhoff in Bonn als Facharzt fĂŒr Kinder- und Jugendpsychiatrie in seiner eigenen Praxis.cite-ref-5[5] Er befasste sich vorrangig mit psychischen Entwicklungsstörungen im Kindes- und Jugendalter aus tiefenpsychologischer Sicht. Zum 10. Dezember 2021 schloss Winterhoff angeblich aus AltersgrĂŒnden seine Praxis.cite-ref-schliessung-6-0[6]
Winterhoff wurde von der Staatsanwaltschaft wegen gefĂ€hrlicher Körperverletzung in 36 FĂ€llen angeklagt: Er soll fĂŒr seine Patienten â teils ohne individuelle Diagnose â jahrelange Heimunterbringung und die Gabe von Psychopharmaka verordnet haben, die sedierend wirken und schwerste Nebenwirkungen haben können.cite-ref-7[7] Am 13. Februar 2025 begann die Hauptverhandlung vor dem Landgericht Bonn.
Zentrale Thesen
Kindliche Entwicklung
Winterhoff findet, es sei ein Irrtum, im Verhalten des Kindes einen Ausdruck seiner Persönlichkeit zu sehen. Hier verkenne man entwicklungsspezifische Verhaltensweisen als individuelle Merkmale, denn Kinder hÀtten, so Winterhoff, bis zum Alter von sieben Jahren noch keine Persönlichkeit. Diese Entwicklung setze erst mit dem achten Lebensjahr ein.cite-ref-8[8]
Winterhoff beruft sich eigenen Angaben zufolge auf die psychoanalytische Tradition.cite-ref-9[9] So verbindet er das Freudâsche Modell infantiler Sexualentwicklung mit Einsichten des Stufenmodells von Erik und Joan Erikson. Kinder durchliefen bis zum sechsten Lebensjahr die orale (0.â2. Lebensjahr), die anale (3.â4. Lebensjahr) sowie die âmagisch-ödipaleâ Phase (5.â6. Lebensjahr). Diese Phasen seien mit entsprechenden âWeltbildernâ verknĂŒpft, in denen sich das entwicklungsspezifische Selbst- und RealitĂ€tsverstĂ€ndnis des Kindes darstelle. Erst mit Abschluss der letzten Phase sei ein Kind âin der Lage, zu erkennen, dass eine Eigenreaktion eine Gegenreaktion im GegenĂŒber auslösenâ könne. Es habe gelernt, in Konflikten Eigenanteile zu erkennen, und sei damit im eigentlichen Sinne âschulreifâ.cite-ref-10[10]
Um diese Entwicklungsphasen absolvieren zu können, bedĂŒrfe das Kind eines elterlichen GegenĂŒbers, das sich phasenspezifisch verhalte und so dafĂŒr sorge, dass diese Entwicklungsschritte abgeschlossen werden können. Im Gegensatz dazu steht nach Winterhoff der weitverbreitete Irrtum, die Entwicklung der Psyche wĂ€re ein autonomer, von selbst ablaufender Prozess. Hier setzt seine Kritik am bestehenden âGrundkonsens der Gesellschaftâ an, die sich in pĂ€dagogischen Debatten verzettele, ohne deren Vorbedingung erreichter psychischer Reife zu reflektieren.
Kritische Diagnose
Winterhoff vertritt in seinem Buch Warum unsere Kinder Tyrannen werden: Oder: Die Abschaffung der Kindheit die These, dass das gegenwĂ€rtige Erziehungsklima einen Entwicklungsstillstand der Kinder herbeifĂŒhre. Als Kinderpsychiater sieht Winterhoff die Ursache fĂŒr den von ihm beobachteten epidemischen Zuwachs von Problemverhalten bei Kindern in der Psyche der Erwachsenen, die in Kontakt zu den Kindern stehen. Spezifische, der gesellschaftlichen Entwicklung geschuldete Fehlhaltungen behindern seiner Ansicht nach das Heranreifen des Nachwuchses:cite-ref-11[11]
âą Kind als Partner: Das Kind werde als gleichberechtigter Erwachsener behandelt. Der Erwachsene begebe sich auf eine Stufe mit dem Kind. Diese Tendenz beobachte er seit Anfang der 1990er Jahre. Winterhoff wendet sich gegen die moderne, âpartnerschaftlicheâ PĂ€dagogik, wobei er seine Kritik nicht als Beitrag zur pĂ€dagogischen Debatte verstanden wissen will.
âą Projektion: So nennt Winterhoff das BedĂŒrfnis des Erwachsenen, vom Kind geliebt zu werden, sofern dieses BedĂŒrfnis die erzieherische AutoritĂ€t korrumpiere. Diese Tendenz beobachte er seit Mitte der 90er Jahre. Der gesellschaftlich enttĂ€uschte Erwachsene begebe sich âin der Projektionâ auf eine Stufe unter das Kind, um hier seine BedĂŒrftigkeit nach Liebe und Anerkennung stellvertretend zu kompensieren. Aus Angst vor Liebesverlust gerate der Erziehende in eine Position passiver, diagnostizierender Beobachtung, um anschlieĂend zuvörderst erzieherische Probleme an therapeutische Instanzen zu delegieren.
âą Symbiose: Das Kind werde im Rahmen einer psychischen Verschmelzung ein Teil des Erwachsenen. Die Symbiose sei gleichzeitig die Extremform in der absteigenden Trias der Fehlhaltungen, in der keinerlei seelische Abgrenzung mehr erkennbar sei. Als Endpunkt einer verheerenden Fehlentwicklung finde sich diese Verfallsform seit der Jahrtausendwende.cite-ref-12[12]
In seiner Diagnose des gegenwĂ€rtigen, gesamtgesellschaftlichen Erziehungsklimas sieht Winterhoff zeittypische Formen der Ăberforderung oder des emotionalen Missbrauchs des Kindes. Die zunehmende Ăberforderung der Erwachsenen verschiebe die natĂŒrliche Machtbasis zugunsten des Nachwuchses und fĂŒhre schlieĂlich zu der völligen Machtumkehr, die Winterhoff als âTyranneiâ des Kindes beschreibt. In AbhĂ€ngigkeit von allgemeinen gesellschaftlichen Fehlentwicklungen gelinge es den Erwachsenen so immer weniger, den Kindern ein förderndes GegenĂŒber zu sein. Die Gesellschaft ziehe sich in epidemischem AusmaĂ eine Horde kindlicher âTyrannenâ heran, deren weitere Entwicklung eine gesamtgesellschaftliche Bedrohung darstelle.
Seit 2008 sieht Winterhoff diese Entwicklung durch die Digitalisierung weiter verstĂ€rkt.cite-ref-13[13] Die ReizĂŒberflutung mit Informationen (bspw. durch Smartphones) fĂŒhre bei immer mehr Erwachsenen zu einem depressionsnahen Zustand, den er den âKatastrophenmodusâ nennt. Um die mangelnde Abgrenzung bei Betroffenen wiederherzustellen, empfiehlt Winterhoff nach eigenem Vorbild ausgedehnte, mehrstĂŒndige WaldspaziergĂ€ngecite-ref-14[14] und eine kritische Reflexion des allgegenwĂ€rtigen Ăberforderungsbegriffs, den er in seinem Buch Mythos Ăberforderung. Was wir gewinnen, wenn wir uns erwachsen verhalten thematisiert. Winterhoff prognostiziert, ohne eine baldige VerhaltensĂ€nderung werde âunsere Gesellschaft ihre Kinder hassenâ. Der emotionale Missbrauch der Kinder unter dem Deckmantel eines partnerschaftlichen Umgangs gefĂ€hrde die kulturelle LebensfĂ€higkeit der Gesellschaft. Er fordert, die psychische Entwicklung von Kindern in den Mittelpunkt der Erziehung zu stellen. Kinder seien keine kleinen Erwachsenen. Nur wenn sie wie Kinder behandelt wĂŒrden, befĂ€hige man sie, âin einem positiven Sinne lebensfĂ€higâ zu werden.cite-ref-15[15]cite-ref-16[16]
Rezeption und Kritik
BĂŒcher und öffentliche Auftritte
Winterhoffs Buch Warum unsere Kinder Tyrannen werden: Oder: Die Abschaffung der Kindheit erreichte laut Verlagswerbung binnen eines Jahres eine Auflage von 280.000 Exemplaren. In der Jahresbestsellerliste 2008 des Magazins Der Spiegel kam es auf Platz 4 der SachbĂŒcher.cite-ref-report-17-0[17] Sein Nachfolger Tyrannen mĂŒssen nicht sein stand im Januar 2009 kurzzeitig auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Bis Anfang August 2009 wurden insgesamt 420.000 Exemplare von Warum unsere Kinder Tyrannen werden und 160.000 Exemplare von Tyrannen mĂŒssen nicht sein verkauft.cite-ref-18[18] Die Gesamtverkaufszahl seiner Publikationen lag nach Verlagsangaben 2017 bei 1,3 Millionen Exemplaren.
Seit dem Erscheinen seines ersten Bestsellers im Jahr 2008 erhielt Winterhoff MedienprĂ€senz als Gast in verschiedenen Talkshows wie Anne Will, Maischberger und Markus Lanz.cite-ref-19[19] AuĂerdem wurde er europaweit fĂŒr VortrĂ€ge ĂŒber Bildungs- und Erziehungsthemen eingeladen.cite-ref-20[20]
Rezeption
Kurz nach dem Erscheinen von Winterhoffs erstem Buch Warum unsere Kinder Tyrannen werden kritisierte der PĂ€dagoge und Familientherapeut Wolfgang Bergmann die Arbeit. Er warf Winterhoff vor, mit seinen undifferenzierten Thesen und Empfehlungen einseitig auf Gehorsam abzuzielen und damit ein kaltes Erziehungsklima zu fördern. Gehorsam behindert nach Bergmann die Intelligenz, die Entfaltung und die Freiheit eines Kindes.cite-ref-21[21] Die Historikerin Miriam Gebhardt machte darauf aufmerksam, dass die Rede vom âkindlichen Tyrannenâ eine typisch deutsche PrĂ€gung sei, deren Wurzel in der autoritĂ€ren PĂ€dagogik der Zeit des Nationalsozialismus liege, etwa den einschlĂ€gigen Erziehungsratgebern Johanna Haarers, wie sie in deren Buch Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind niedergelegt sind.cite-ref-22[22]
Der HeilpĂ€dagoge Henning Köhler fand im Herbst 2009 die Wurzeln dieser Auffassung in der weiteren Tradition der schwarzen PĂ€dagogik. Er widmete den Thesen Winterhoffs eine ausfĂŒhrliche Kritik, in der unter anderem der wissenschaftliche Anspruch moniert wird, mit dem der Kinderpsychiater auftrete. So bediene er sich eines ĂŒberholten Narzissmusbegriffs der klassischen Psychoanalyse, der das obsolete Muster fĂŒr die Standarddiagnose âfrĂŒhkindliche narzisstische Störungâ bzw. Fixierung abgebe, nĂ€mlich Winterhoffs Rede vom Stehenbleiben auf der Stufe eines 10 bis 16 Monate alten Kindes. Unter Berufung auf neuere Forschung von Martin Dornes seien etwa das Wissen um die SubjektivitĂ€t des Anderen, die Begabung zu Empathie und Kommunikation beim SĂ€ugling angeborenes âKernwissenâ und nicht die hier behauptete kindliche Allmachtsphantasie tyrannischer VerfĂŒgung ĂŒber Menschen als Objekte. Als vorgeblicher âRetterâ im âKrisengebiet Kindheitâ agitiere Winterhoff âeine völlig unangebrachte restaurative Propagandaâ, wĂ€hrend profunde BeitrĂ€ge zur Erziehungsdebatte weithin unerhört blieben.cite-ref-23[23]cite-ref-24[24]
Der Literaturkritiker Denis Scheck bemĂ€ngelte in der Besprechung der Spiegel-Bestsellerlisten 2009 den demagogischen Duktus des Erstlings Winterhoffs Warum unsere Kinder Tyrannen werden. In Fragen der Erziehung gelte das unbedingte Primat der Form. FĂŒr das Zweitwerk des Autors (Tyrannen mĂŒssen nicht sein), das zu diesem Zeitpunkt ebenfalls auf der Bestsellerliste stand, fand er eine Ă€hnlich resĂŒmierende Kritik: âMenschen, die selbst nicht erwachsen sind, so die Generalthese des Jugendpsychiaters Winterhoff, geben schlechte Eltern ab. Mag sein, klingt jedenfalls plausibel. Ganz sicher aber wollen tatsĂ€chlich erwachsene Leser nicht in dem krud manipulativen Ton dieses Sachbuchs angesprochen werden.âcite-ref-25[25]
In der Wochenzeitung Die Zeit kontrastierte der Journalist Martin Spiewak Winterhoffs Thesen mit neueren wissenschaftlichen Untersuchungen, die zu diametral anderen Ergebnissen kĂ€men. Winterhoff stĂŒtze sich ausschlieĂlich auf Fallschilderungen aus seiner eigenen therapeutischen Praxis, die er generalisiere.cite-ref-26[26] Spiewak berief sich insbesondere auf die Studie des Psychologen Martin Dornes zur Modernisierung der Seele aus dem Jahr 2012. Dornes besprach in diesem an empirischen Befunden orientierten Ăberblickswerk kritisch die gĂ€ngigen Topoi der Erziehungsdebatte. Winterhoff setze einen eigenen Akzent, indem er den vermeintlichen Zuwachs an KrankheitsfĂ€llen bei Kindern als eigentlichen Zuwachs an Entwicklungsstörungen diagnostiziere, die durch defizitĂ€re Erziehung (Erziehungsverzicht) verursacht seien. Er vertrete eine âmodifizierte Parentifizierungstheseâ, auf die seine âKatastrophendiagnoseâ aufbaue,cite-ref-27[27] ohne dass sich belastbare Statistiken oder seriöse EinschĂ€tzungen zur gesellschaftlichen Relevanz der beschriebenen PhĂ€nomene fĂ€nden. Die Zahl fehlerzogener und symptombehafteter Kinder sei in den spĂ€ten 1950er-Jahren höher gewesen. Dornes stellt die Winterhoffâschen Datierungsangaben infrage und sieht eine Ăberspannung des beschworenen Verfallsszenarios eines kommenden gesellschaftlichen Zusammenbruchs. Er bemĂ€ngelt die âunangemessen negative EinschĂ€tzungâ des modernen Erziehungsstils und hĂ€lt die beschriebenen PhĂ€nomene erziehungsunfĂ€higer Elternschaft fĂŒr ein Minderheitenproblem. Die ungenannten VorlĂ€ufer der These vom narzisstischen Tyrannen fĂ€nden sich bereits in der Erziehungsliteratur der 1950er- und 1970er-Jahre. Insbesondere die Winterhoffâsche âProjektionâ sei als Narzissmuskritik schon 1975 in Thomas Ziehes Studie zum neuen Sozialisationstyp (PubertĂ€t und Narzissmus) vorgetragen worden.cite-ref-28[28]
Spiewak kritisierte an Deutschland verdummt, dass Winterhoff âsich seine SchulrealitĂ€t aus Zeitungsartikeln, Meinungsumfragen und Interviews mit Praktikern, die der Autor ĂŒber das Buch streutâ, bastele, und vermutet, dass diese GesprĂ€che so nie stattgefunden hĂ€tten, weil sie nahezu identisch Winterhoffs Aussagen bestĂ€tigten. Er bezeichnete Winterhoff als âThilo Sarrazin der Erziehung in Deutschlandâ. Spiewak erkannte drei GrĂŒnde fĂŒr Winterhoffs Erfolg: einen Expertenbonus, Horrorlust und den Entlastungseffekt.cite-ref-29[29]
Der Journalist Alex RĂŒhle hielt Winterhoff 2019 vor, in seinem neuen Werk Deutschland verdummt âmit dem Pauschalpanzer durchs TheoriegelĂ€nde [zu donnern]â und âdröhnende Endzeitrhetorikâ zu verbreiten. Dies sei âschadeâ angesichts der treffenden Kernthese: âDer sogenannte âoffene Unterrichtâ lĂ€sst SchĂŒler wie Lehrer viel zu oft allein. Wenn Lehrer zu âLernbegleiternâ werden, lĂ€uft das dem BedĂŒrfnis der Kinder nach Orientierung und Bindung zuwider.â Winterhoffs gesellschaftspsychologische These einer gefĂ€hrdeten politischen StabilitĂ€t, die nichts Gutes fĂŒr die Zukunft verheiĂe, bezeichnete RĂŒhle als âdoch eher unterkomplex bis fragwĂŒrdigâ. In seiner kritischen Doppelrezension stellte er Winterhoff das gleichzeitig erschienene Werk Ist die Schule zu blöd fĂŒr unsere Kinder? des FAZ-Herausgebers JĂŒrgen Kaube gegenĂŒber. Dem entnahm er eine Ă€hnlich kritische Haltung wie Winterhoff und Ă€hnliche Kritikpunkte wie beispielsweise eine zu frĂŒhe Digitalisierung der Schulen. Statt Winterhoffs Dramatisierung und Verzerrung âins Apokalyptischeâ komme Kaube jedoch âwitzig, kompetent und empirie- und faktengesĂ€ttigt rĂŒberâ und zeige eine idealistische Emphase.cite-ref-sz1-30-0[30]
Susanne Billig von Deutschlandfunk Kultur kritisierte, dass Winterhoffs Forderungen einer PĂ€dagogik aus vergangenen Zeiten entstammten und nicht zukunftstauglich seien. Winterhoff wĂŒnsche sich die von Frontalunterricht, AutoritĂ€t und Gehorsam angstgeprĂ€gte PĂ€dagogik der 1960er- und 1970er-Jahre zurĂŒck.cite-ref-31[31] Der Kinder- und Jugendpsychiater Kai von Klitzing sieht als Ursache des medialen Interesses an Winterhoff, der in der Fachwelt auf medial kaum wahrgenommene Kritik stieĂ, âein kollektives SchuldgefĂŒhlâ gegenĂŒber den Kindern wegen deren VernachlĂ€ssigung im frĂŒhen Kindesalter und den daraus resultierenden Folgen. Durch die Darstellung von Kindern als Tyrannen finde eine TĂ€ter-Opfer-Umkehr statt, gegen die man sich wehren mĂŒsse. Von Klitzing hĂ€lt dies fĂŒr âeine sehr bequeme These, die man gerneâ höre.cite-ref-32[32]
Auch der Journalist und Erziehungswissenschaftler Reinhard Kahl fragte in der taz nach den GrĂŒnden fĂŒr den Erfolg Winterhoffs. Er attestierte Winterhoff genau den pathologischen Narzissmus, den dieser mit einem âParolenmixâ statt fundierter Theorie und einer monotonen diagnostischen und therapeutischen Praxis auf seine Klientel projiziert habe. Sein Erfolg verweise âaber auch auf einen blinden Fleck der Gesellschaft in nachautoritĂ€ren und zugleich postantiautoritĂ€ren Zeitenâ: den âMangel an wirklich erwachsen gewordenen Erwachsenen, die [âŠ] den Kindern gegenĂŒber die Verantwortung fĂŒr die Welt auch da ĂŒbernehmen, wo sie nicht mit ihr einverstanden sindâ, und zugleich in der Lage seien, âdas innere Kind zu schĂŒtzenâ.cite-ref-33[33]
Folgen der kritischen ARD-Reportage (2021)
Die Sendereihe Die Story im Ersten befasste sich im August 2021 in der Folge âWarum Kinder keine Tyrannen sindâ kritisch mit Winterhoffs Arbeit. Vorgestellt wurden FĂ€lle, in denen Winterhoff Kindern pauschal das ruhigstellende Medikament Pipamperon verordnete, oftmals ohne erkennbare Indikation. In allen dargestellten FĂ€llen berief er sich dabei auf eine als unwissenschaftlich kritisierte Diagnose,cite-ref-34[34] die den Thesen seiner Veröffentlichungen entsprach. Kritisiert wurde, dass die Verabreichung des Neuroleptikums zu hĂ€ufig, zu lange und in zu hohen Dosen erfolgt sei. Der Bericht schloss mit der Schilderung von FĂ€llen, in denen Winterhoff an Jungen Untersuchungen des Genitalbereichs durchgefĂŒhrt habe, die von den betroffenen Personen als nachhaltig traumatisierend beschrieben wurden. Die Kinderpsychiaterin Ulrike Mattern-Ott bezeichnete die geschilderten Untersuchungen als âmehr als befremdlichâ fĂŒr den kinderpsychiatrischen Bereich.cite-ref-35[35] Auch Herbert Renz-Polster kommentierte, dass das System nur funktioniere, weil Winterhoffs Art des Denkens ĂŒber Kinder und Beziehungen heute noch von vielen Menschen geteilt werde.cite-ref-36[36]
Die Familienministerien der LĂ€nder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz kĂŒndigten nach der Ausstrahlung an, Winterhoffs Behandlungsmethoden umfangreich zu untersuchen.cite-ref-37[37] Das Jugendamt der Stadt Sankt Augustin kĂŒndigte die Zusammenarbeit mit Winterhoff aufgrund möglicher Hinweise auf eine âfachlich nicht vertretbare, schadenverursachende Arbeitsweiseâ.cite-ref-38[38] Der Diözesan-Caritasverband fĂŒr das Erzbistum Köln forderte alle etwa 60 TrĂ€ger der Kinder- und Jugendhilfe auf, die Zusammenarbeit mit Winterhoff kritisch zu prĂŒfen. Der Verband zeigte sich erschrocken darĂŒber, wie unkritisch Kinder- und Jugendhilfeinstitutionen Winterhoffs psychiatrische Diagnostik und Therapie akzeptiert und dass JugendĂ€mter und Familiengerichte die Gutachter-Empfehlungen ungeprĂŒft ĂŒbernommen hĂ€tten.cite-ref-39[39]
Strafanzeige 2021
Im August 2021 erstattete der Rechtsanwalt Mehmet DaimagĂŒler bei der Staatsanwaltschaft Bonn fĂŒr einige Betroffene Strafanzeige gegen Winterhoff wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung und der Körperverletzung zulasten der behandelten Kinder sowie wegen Betrugs zulasten der Krankenkassen, mit denen er die Behandlungskosten abrechnete.cite-ref-40[40] Die Ărztekammer Nordrhein prĂŒfte ein berufsrechtliches Vorgehen gegen Winterhoff.cite-ref-41[41] Winterhoffs RechtsanwĂ€lte erklĂ€rten, die Reportage habe Falschaussagen enthalten, die Verordnung des Medikaments Pipamperon sei zulĂ€ssig gewesen und bei den Abrechnungen seien kleinere Fehler passiert.cite-ref-42[42]
Ende MĂ€rz 2022 beschrieben die Journalisten Nicole Rosenbach und Rainer Stadler den Stand der Ermittlungen. WĂ€hrend die Ărztekammer ein zurĂŒckhaltendes Gutachten zur Verschreibung von Pipamperon veröffentlicht habe (âals Dauermedikation in aller Regel nicht indiziertâ), sei vonseiten der AnwĂ€lte Irritation ĂŒber das Vorgehen und schleppende Prozedere der Staatsanwaltschaft zu vernehmen. Der nordrhein-westfĂ€lische Familienminister Joachim Stamp habe trotz anderslautender AnkĂŒndigungen nichts zur AufklĂ€rung der im Raum stehenden Straftaten beigetragen.cite-ref-43[43] Im Mai 2022 wurden auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Bonn die Patientenakten in Winterhoffs ehemaliger Praxis sowie in weiteren Jugendhilfeeinrichtungen zur Sicherung möglichen Beweismaterials beschlagnahmt.cite-ref-44[44]cite-ref-45[45] Wenige Wochen spĂ€ter berichtete die Presse zunĂ€chst von einer dreistelligen Gesamtzahl von Anzeigen und FĂ€llen.cite-ref-46[46]
Anklage 2023
Anfang Juli 2023 erhob die Staatsanwaltschaft Bonn beim Landgericht Bonn Anklage gegen Winterhoff wegen gefĂ€hrlicher Körperverletzung in 36 FĂ€llen.cite-ref-anklageerhoben-47-0[47] Die AnwĂ€lte Winterhoffs, Kerstin Stirner und Carsten Brennecke, wiesen die von der Staatsanwaltschaft erhobenen VorwĂŒrfe als unbegrĂŒndet zurĂŒck. Medikamente seien lediglich bei medizinischer Indikation verordnet worden und die Verschreibung habe einer regelmĂ€Ăigen ĂberprĂŒfung unterlegen; Nachweise fĂŒr eine nachteilige Auswirkung der verordneten Medikamente lĂ€gen nicht vor.cite-ref-48[48]cite-ref-49[49]
Prozess 2025
Im Februar 2025 begann die Hauptverhandlung gegen Winterhoff wegen gefĂ€hrlicher Körperverletzung in 36 FĂ€llen durch Medikamentengabe vor dem Landgericht Bonn. Verhandelt wird wegen der unsachgemĂ€Ăen Gabe von Pipamperon und dem Parkinson-Medikament Akineton und der daraus entstandenen Nebenwirkungen.cite-ref-50[50] FĂŒr den Prozess waren ca. 40 Verhandlungstage bis Ende Juli angesetzt.cite-ref-51[51] Eine UrteilsverkĂŒndung wurde fĂŒr August 2025 angekĂŒndigt. Das Verfahren verzögerte sich jedoch, da das Gericht Nachermittlungen fĂŒr notwendig befand. Inzwischen (Stand: November 2025) stehen Verfahrensfehler zur Diskussion, die die Nebenklage der zustĂ€ndigen Richterin vorwirft. Die Entscheidung des Gerichts, zunĂ€chst nur zehn der ursprĂŒnglich 36 FĂ€lle zu verhandeln, stieĂ ebenfalls auf Kritik und fĂŒhrte zu mehreren BefangenheitsantrĂ€gen gegen das Gericht.cite-ref-52[52]
Am 24. Februar 2025 um 23:00 Uhr wurde in der ARD eine neue dreiteilige Dokumentation des WDR mit dem Titel âDer Kinderpsychiater â Die Macht des Dr. Winterhoffâ (insgesamt 101 Minuten) gesendet.cite-ref-53[53]cite-ref-54[54] Darin werden sowohl die zahlreichen VorwĂŒrfe gegen Winterhoff als auch die Ereignisse zwischen der Dokumentation von 2021 und dem Prozessbeginn im Jahr 2025 beleuchtet. Auch mehrere der mutmaĂlichen Opfer und ehemalige Mitarbeiter von Winterhoff kommen zu Wort.
Schriften
Bis 2013, also in seinen ersten Publikationen, arbeitete Winterhoff mit dem Ghostwriter Carsten Tergast zusammen.cite-ref-57[57]
âą Gastrinsekretion bei Ulcusdiathese durch Winkelbauer-Starlinger-Operation am Hund. (Bonn, Univ., Diss., 1984).
âą Warum unsere Kinder Tyrannen werden: Oder: Die Abschaffung der Kindheit. GĂŒtersloher Verlagshaus, GĂŒtersloh 2008, ISBN 978-3-579-06980-7.
âą Tyrannen mĂŒssen nicht sein: Warum Erziehung nicht reicht â Auswege. GĂŒtersloher Verlagshaus, GĂŒtersloh 2009, ISBN 978-3-579-06899-2.
âą Persönlichkeiten statt Tyrannen: Oder: Wie junge Menschen in Leben und Beruf ankommen. GĂŒtersloher Verlagshaus, GĂŒtersloh 2010, ISBN 978-3-579-06867-1.
âą Lasst Kinder wieder Kinder sein! Oder: Die RĂŒckkehr zur Intuition. GĂŒtersloher Verlagshaus, GĂŒtersloh 2011, ISBN 978-3-579-06750-6.
âą Moderne Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen Analyse â Herausforderungen und Aufgaben â Auswege. Ein Vortrag auf DVD von Michael Winterhoff. GĂŒtersloher Verlagshaus, GĂŒtersloh 2011, ISBN 978-3-579-07636-2.
âą SOS Kinderseele. Was die emotionale und soziale Entwicklung unserer Kinder gefĂ€hrdet â Und was wir dagegen tun können. C. Bertelsmann, MĂŒnchen 2013, ISBN 978-3-570-10172-8.
âą Mythos Ăberforderung. Was wir gewinnen, wenn wir uns erwachsen verhalten. GĂŒtersloher Verlagshaus, GĂŒtersloh 2015, ISBN 978-3-579-06620-2.
âą Die Wiederentdeckung der Kindheit. Wie wir unsere Kinder glĂŒcklich und lebenstĂŒchtig machen. GĂŒtersloher Verlagshaus, GĂŒtersloh 2017, ISBN 978-3-579-08662-0.
âą Deutschland verdummt: Wie das Bildungssystem die Zukunft unserer Kinder verbaut. GĂŒtersloher Verlagshaus, GĂŒtersloh 2019, ISBN 978-3-579-01468-5.cite-ref-58[58]
Literatur
⹠Olaf Link: Erziehung und AufklÀrung. Eine Hilfe, die Funktion von Super-Nanny, Bernhard Bueb und Michael Winterhoff im geschichtlich-gesellschaftlichen Kontext zu verstehen. Kid Verlag, Bonn 2011, ISBN 978-3-929386-31-8.
Weblinks
Commons
: Michael Winterhoff
â Sammlung von Bildern
âą Literatur von und ĂŒber Michael Winterhoff im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Michael Winterhoff bei IMDb
âą Der Kinderpsychiater â Die Macht des Dr. Winterhoff TV-Doku ĂŒber Michael Winterhoff, ARD, 2025 (Doku-Serie)
âą Warum Kinder keine Tyrannen sind TV-Doku ĂŒber Michael Winterhoff, WDR, 2021 (44 Min.), auch bei YouTube verfĂŒgbar
âą Website von Winterhoffs Praxis (Memento vom 7. Dezember 2021 im Internet Archive)
âą Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Michael Winterhoff bei Perlentaucher
âą M. Winterhoff, 20. April 2008, âTyrannenâ. Podcast â Fragen an den Autor â die Klassiker. In: SR 2 Kulturradio. SaarlĂ€ndischer Rundfunk, 4. Januar 2011; abgerufen am 20. MĂ€rz 2023.
Einzelnachweise und Anmerkungen
cite-note-11. â General-Anzeiger Bonn: Geschenk an das Beethoven-Haus: Bonner Konditor fertigte BeethovenbĂŒsten an. 1. November 2017, abgerufen am 18. Februar 2025.
cite-note-22. â Den Kindern die Kindheit lassen. Michael Winterhoff im GesprĂ€ch mit Katrin Heise, Deutschlandfunk Kultur, 31. August 2017, Audio (36:05), abgerufen am 5. September 2017.
cite-note-s-mann-33. â Johannes SĂŒĂmann: Michael Winterhoff: âDer Vorgang scheint gröĂere AusmaĂe anzunehmenâ, zeit.de, 13. August 2021
cite-note-44. â Michael Winterhoff: Gastrinsekretion bei Ulcusdiathese durch Winkelbauer-Starlinger-Operation am Hund, worldcat.org.
cite-note-55. â âMichael Winterhoff schlieĂt seine Praxis in Bonnâ, Generalanzeiger Bonn, 6. Dezember 2021, abgerufen am 10. Januar 2022
cite-note-schliessung-66. â Umstrittener Kinderpsychiater Winterhoff schlieĂt Praxis (Memento vom 8. Dezember 2021 im Internet Archive)
cite-note-77. â S. W. R. Aktuell: Prozess gegen Kinderpsychiater Winterhoff hat begonnen. 13. Februar 2025, abgerufen am 25. Februar 2025.
cite-note-88. â Winterhoff (2008), S. 28.
cite-note-99. â Vgl. Winterhoff (2008), S. 35.
cite-note-1010. â Winterhoff (2008), S. 36.
cite-note-1111. â vgl. hierzu und dem Folgenden: Winterhoff (2008) sowie âAuf dem Stand eines ZweijĂ€hrigenâ. Tatort Familie. In: Spiegel Online. 4. Mai 2010, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 28. November 2012; abgerufen am 17. MĂ€rz 2017 (Michael Winterhoff im Interview).
cite-note-1212. â Bis etwa Mitte der 1990er Jahre hĂ€tten Kinder laut Winterhoff eine normale seelische Entwicklung aufgewiesen, und die Erziehung der 1950er Jahre habe im Gegensatz zur aktuellen Lage âlebenstĂŒchtigeâ, âarbeits- und beziehungsfĂ€higeâ Erwachsene hervorgebracht. Diese Entwicklung begrĂŒndet Winterhoff mit der UnabhĂ€ngigkeit des kindlichen Reifungsprozesses vom jeweiligen Erziehungsstil und dem offenbar epidemischen Schwund âin sich ruhenderâ Erwachsener in den letzten zwei Jahrzehnten. Vgl.: His Majesty the Baby: Wie Erziehung narzisstisch macht. Vortrag beim Wiener RPP-Institut, 6. Mai 2017, Video, 62 Min.
cite-note-1414. â Zur Validierung seiner Beobachtungen vgl.: Vier bis fĂŒnf Stunden in den Wald. Moritz Rosenkranz im Interview mit Michael Winterhoff, General-Anzeiger Bonn, 12. Oktober 2016, abgerufen am 17. MĂ€rz 2017.
cite-note-1515. â BehĂŒtet, verwöhnt oder gefĂ€hrdet? Wie Kinder heute aufwachsen. (Vortragsreihe) In: DHMD: Deutsches Hygiene-Museum. UniversitĂ€tsklinikum Dresden, 5. September 2018, abgerufen am 25. Januar 2021.
cite-note-1616. â Martin Spiwak: Was versteht dieser Mann von Kindern?. In: Die Zeit, Nr. 34. 19. August 2021. S. 31.
cite-note-report-1717. â Jahresbestsellerliste 2008 bei buchreport.de (Memento vom 25. April 2009 im Internet Archive)
cite-note-1818. â Blick des Psychologen auf kleine Tyrannen. BĂŒcher zur Erziehungsdebatte. In: buchreport.de. 6. August 2009, abgerufen am 30. Juli 2021.
cite-note-1919. â Julia Beil: Der Psychiater, der Kinder mit Medikamenten ruhigstellte: Was ein Experte zu den VorwĂŒrfen gegen Michael Winterhoff sagt. businessinsider.de, 13. August 2021.
cite-note-2121. â Zur Hölle mit der Disziplin. Interview mit Wolfgang Bergmann, SĂŒddeutsche Zeitung. 20. Februar 2009, abgerufen am 11. Juli 2019.
cite-note-2222. â Die ewige Angst vor dem kleinen Tyrannen. In: Berliner Morgenpost. 16. Januar 2010 (morgenpost.de), abgerufen am 16. November 2016; sowie Erziehung gestern (Memento vom 8. Januar 2016 im Internet Archive; PDF 43,4 kB), Vortrag an der Evangelischen Akademie Tutzing.
cite-note-2323. â Henning Köhler: DressurpĂ€dagogik? Nein danke! Die individualpĂ€dagogische Antwort auf Michael Winterhoff und Bernhard Bueb. (PDF; 437 kB) Janusz-Korczak-Institut, 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 12. Dezember 2016; abgerufen am 15. August 2021.
cite-note-2424. â Henning Köhler: DressurpĂ€dagogik? Nein danke! Die individualpĂ€dagogische Antwort auf Michael Winterhoff und Bernhard Bueb. Eine Stellungnahme im Auftrag des Studienkreises fĂŒr Neue PĂ€dagogik (SNP). (PDF) Janusz-Korczak-Institut, 2009, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 31. MĂ€rz 2010; abgerufen am 15. August 2021.
cite-note-2525. â HĂ€sslich ist verlĂ€sslich. In: Der Tagesspiegel. 3. Mai 2009 (Bestseller-Besprechung:), abgerufen am 19. MĂ€rz 2017.
cite-note-2626. â Martin Spiewak: Wir sind keine Sorgenkinder! In: Die Zeit. vom 11. September 2014, S. 15 (zeit.de).
cite-note-2727. â Martin Dornes: Die Modernisierung der Seele. Frankfurt am Main 2012, S. 309.
cite-note-2828. â Martin Dornes: Die Modernisierung der Seele. Frankfurt am Main, 2012; zu Winterhoff hier Kap. Krank oder unerzogen? S. 414 ff.
cite-note-2929. â Martin Spiewak: "Deutschland verdummt": PĂ€dagogik zum Gruseln. In: zeit.de. 1. Juni 2019, abgerufen am 30. Juli 2021.
cite-note-sz1-3030. â Alex RĂŒhle: Die Schule als Warteraum. Kostenpflichtig. SZ, 23. Mai 2019, abgerufen am 24. Mai 2019.
cite-note-3131. â Susanne Billig: Michael Winterhoff: âDeutschland verdummtâ Abrechnung mit dem System Schule. In: deutschlandfunkkultur.de. 6. Juli 2019, abgerufen am 12. August 2021.
cite-note-3232. â VorwĂŒrfe gegen den Kinderpsychiater Winterhoff: âDas Bild vom Tyrannenkind ist gefĂ€hrlichâ. Kai von Klitzing im GesprĂ€ch mit Julius Stucke. In: deutschlandfunkkultur.de. 14. August 2021, abgerufen am 15. Mai 2021.
cite-note-3333. â Neue VorwĂŒrfe gegen Jugendpsychiater: Schwarze PĂ€dagogik 2.0. Reinhard Kahl, taz, 23. August 2021, abgerufen am 24. April 2022
cite-note-3434. â Nicole Rosenbach: Schwere VorwĂŒrfe gegen Kinderpsychiater. In: tagesschau.de. 9. August 2021, abgerufen am 29. August 2021.
cite-note-3535. â Die Story im Ersten: Warum Kinder keine Tyrannen sind (Seite nicht mehr verfĂŒgbar!). Abgerufen am 27. Februar 2025.
cite-note-3636. â Herbert Renz-Polster: Das âSystem Winterhoffâ ist kollabiert. Und das System dahinter? 11. August 2021, abgerufen am 13. August 2021.
cite-note-3737. â VorwĂŒrfe gegen den Kinderpsychiater Winterhoff â âDas Bild vom Tyrannenkind ist gefĂ€hrlichâ. In: Deutschlandfunk Kultur. 14. August 2021, abgerufen am 15. August 2021.
cite-note-3838. â Kinderpsychiater Winterhoff: Jugendamt beendet Kooperation. Tagesschau.de, 11. August 2021.
cite-note-3939. â Johannes SĂŒĂmann: "Der Vorgang scheint gröĂere AusmaĂe anzunehmen". In: zeit.de. 13. August 2021, abgerufen am 13. August 2021.
cite-note-4040. â Rainer Stadler: Strafanzeige gegen Kinderpsychiater Winterhoff. Abgerufen am 1. Mai 2022.
cite-note-4141. â Ărztekammer Nordrhein prĂŒft berufsrechtliches Vorgehen gegen Kinderpsychiater. In: Ărztezeitung. Abgerufen am 15. August 2021.
cite-note-4242. â Nathalie Dreschke, Anna Maria Beekes: Nach schweren VorwĂŒrfen: Kinderpsychiater Winterhoff tritt aus Vorstand des Vereins âKleiner Muckâ zurĂŒck. In: General Anzeiger. 13. August 2021, abgerufen am 15. August 2021.
cite-note-4343. â Nicole Rosenbach, Rainer Stadler: Schleppende Ermittlungen im Fall Winterhoff. In: SĂŒddeutsche Zeitung. 31. MĂ€rz 2022, abgerufen am 22. April 2022.
cite-note-4444. â Nicole Rosenbach: Verdacht der Körperverletzung: Razzia bei Kinderpsychiater Winterhoff. In: tagesschau. 13. Mai 2022, abgerufen am 13. Mai 2022.
cite-note-4545. â Rainer Stadler: Razzia bei Bonner Kinderpsychiater Michael Winterhoff. In: SĂŒddeutsche Zeitung. 13. Mai 2022, abgerufen am 13. Mai 2022.
cite-note-4646. â Anna Maria Beekes: FĂ€lle in Ermittlung gegen Kinderpsychiater Michael Winterhoff hĂ€ufen sich. In: General-Anzeiger Bonn. 24. Juni 2022, abgerufen am 24. Juni 2022.
cite-note-anklageerhoben-4747. â Nicole Rosenbach, Rainer Stadler: Staatsanwaltschaft Bonn erhebt Anklage gegen Michael Winterhoff. In: SĂŒddeutsche Zeitung. 4. Juli 2023, abgerufen am 4. Juli 2023.
cite-note-4848. â Anklage gegen bekannten Kinderpsychiater Michael Winterhoff. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 5. Juli 2024, abgerufen am 21. Oktober 2024.
cite-note-4949. â Winterhoff zum Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung. In: hoecker.eu. 5. Juli 2024, abgerufen am 21. Oktober 2024.
cite-note-5050. â Nicole Rosenbach WDR: Was Kinderpsychiater Winterhoff vorgeworfen wird. Abgerufen am 12. Februar 2025.
cite-note-5151. â https://www.pharmazeutische-zeitung.de/umstrittener-pipamperon-einsatz-bei-kindern-153213/; abgerufen am 16. Februar 2025
cite-note-5252. â Rainer Stadler: Prozess gegen Kinderpsychiater Winterhoff könnte platzen. In: SĂŒddeutsche Zeitung. 24. September 2025, abgerufen am 14. November 2025.
cite-note-5353. â Der Kinderpsychiater â Die Macht des Dr. Winterhoff (Artikel). Abgerufen am 25. Februar 2025.
cite-note-5454. â Der Kinderpsychiater â Die Macht des Dr. Winterhoff (Video). Abgerufen am 25. Februar 2025.
cite-note-5555. â Warum Kinder keine Tyrannen sind (Video). Abgerufen am 25. Februar 2025.
cite-note-5656. â Ausgezeichnet: Preise fĂŒr ARD-Dokumentationen und Dokumentarfilme 2022. Abgerufen am 25. Februar 2025.
cite-note-5757. â Carsten Tergast. Abgerufen am 17. Februar 2023.
cite-note-5858. â zeit.de vom 1. Juni 2019 / Martin Spiewak: Rezension